Vordergrund: altes schwarz-weiß Bild eines Paares, im Hintergrund: ältere Frau im Gespräch mit anderer Frau

Gegen Einsamkeit im Alter

Auszeichnung für Projekte von Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW

Der Ehepartner verstirbt, Kinder und Enkelkinder wohnen weit weg, die Freizeitgestaltung durch mangelnde Mobilität stark eingeschränkt: Viele ältere Menschen haben nur noch wenige soziale Kontakte und fühlen sich einsam. Um das zu ändern gibt es zahlreiche Projekte und Initiativen, zum Beispiel die „Geschichtsschreiber“ des Arbeiter-Samariter-Bundes Düsseldorf und den Nachbarschaftsring Öcher Frönnde aus Aachen. Die beiden Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW gehören zu den Gewinnerprojekten des Wettbewerbs „Einsam? Zweisam? Gemeinsam!“

Gegen soziale Isolation und für gesellschaftliche Teilhabe

In dem Wettbewerb suchten die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) innovative und überzeugende Initiativen, die sich gegen soziale Isolation und für die gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen engagieren. 600 Bewerbungen gingen ein, mehrere Projekte wurden nun in fünf Kategorien ausgezeichnet.

 

Erzählen, zuhören, aufschreiben

Die „Geschichtsschreiber“ des Arbeiter-Samariter-Bundes Düsseldorf belegten den zweiten Platz im Themenfeld „Besuch und Begleitung“. Im Rahmen des Projekts besuchen Freiwillige ältere Menschen aus Düsseldorf und Krefeld zu Hause, lassen sich deren Lebensgeschichte erzählen und schreiben diese auf. Die Freiwilligen werden somit zu Geschichtenschreiberinnen und Geschichtenschreibern eines fremden Lebens in einer ganz anderen Zeit und schenken den älteren Menschen gleichzeitig Zeit und Aufmerksamkeit. Während der Gespräche entwickelt sich eine vertrauensvolle Beziehung, die in vielen Fällen auch über die eigentliche Projektdauer hinaus fortgeführt wird. Seit dem Beginn des Projekts sind so viele Texte entstanden, die ein lebendiges Bild vom Alltag in früheren Jahrzehnten vermitteln. Interessierte können sie in dem Buch „Scherbenbilder – Erzähltes Leben zwischen Frieden und Krieg“ nachlesen. Außerdem finden regelmäßig Lesungen in Düsseldorf statt.

 

Geben und nehmen

In einer offenen Kategorie belegten die Öcher Frönnde aus Aachen mit ihrer „Zeitbank“ den dritten Platz. Der Verein verfolgt das Prinzip „Hilfe erbringen – Hilfe empfangen“: Wer als „aktives“ Mitglied Zeit mit einem Öcher Frönnd verbringt, bekommt diese Stunden auf einem Stundenkonto gutgeschrieben. Die auf der „Zeitbank“ gesammelte Zeit kann bei Bedarf wiederum für die Unterstützung in Alltag oder Freizeit genutzt werden. Die Mitglieder dieses regionalen Nachbarschaftsrings in Aachen können sich so im Alltag unterstützen und entlasten. Unabhängig von der Nachbarschaftshilfe entstehen auch persönliche Kontakte und Freundschaften. Das Miteinander von Bürgerinnen und Bürgern jeden Alters wird in gemeinsamen Veranstaltungen mit unterschiedlichen Angeboten gestärkt.

Bärbel Deußen (Mitte), Freiwilligenkoordinatorin beim ASB Düsseldorf, zusammen mit der Bundes-Familienministerin Dr. Franziska Giffey (links) und dem BAGSO-Vorsitzenden Franz Müntefering (rechts), der zugleich Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes ist, bei der Preisverleihung in Berlin.
©Kathrin Harms
Monika Lang vom Verien Öcher Frönnde (Mitte) mit Franz Müntefering (links) und Dr. Franziska Giffey (rechts).
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