Ein Kameramann filmt eine Filmszene aus „Kuntergrau“, in der eine ältere Frau einen Jugendlichen in den Arm nimmt.

Jung und engagiert in NRW

Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW überzeugen beim Engagementpreis NRW

Zwei von drei Auszeichnungen beim Engagementpreis NRW gingen in diesem Jahr an Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW: der Jurypreis an das Projekt „Kuntergrau“ des Kölner Jugendzentrums anyway und der Sonderpreis der Nordrhein-Westfalen-Stiftung an das Projekt „Zweitzeug*innen“ vom Verein Zweitzeugen aus Essen. Mit dem Engagementpreis NRW würdigen die Landesregierung und die Nordrhein-Westfalen-Stiftung das freiwillige Engagement der Menschen in NRW. In diesem Jahr stand der Wettbewerb unter dem Motto „Jung und engagiert in NRW“.

Sichtbarkeit für Lebenssituation junger Schwuler schaffen

„Kuntergrau“ ist ein Serienprojekt von schwulen und bisexuellen Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Jugendzentrum anyway in Köln. Es will Sichtbarkeit für die Lebenssituation von jungen Schwulen schaffen und stößt dabei auf ein breites Publikum in Deutschland wie auch darüber hinaus. Mehr als sechs Millionen Mal wurde die Serie bereits abgerufen. Etwa die Hälfte der Zuschauer*innen kommt aus dem Ausland. „Kuntergrau“ ist mit Untertiteln in 16 Sprachen verfügbar. „Die Tatsache, dass das Land NRW und die NRW-Stiftung ein Projekt auszeichnen, das sich für queere Sichtbarkeit einsetzt, hat Signalwirkung. Im Angesicht steigender Queerfeindlichkeit sind Projekte wie Kuntergrau und Orte wie das anyway in Köln wichtiger denn je“, sagt Kai Kreuser, ehrenamtlicher Regisseur und Drehbuchautor der Serie.

Alle können Zweitzeug*innen sein

Der Verein Zweitzeugen wurde für seine Vision ausgezeichnet, dass alle Menschen in Deutschland als Zweitzeug*innen die Geschichten von Holocaust-Überlebenden weitererzählen. Der Verein macht junge Menschen in Schulen, an außerschulischen Lernorten und in Ausstellungen mit dokumentierten Überlebensgeschichten von Zeitzeug*innen des Holocausts vertraut. Damit möchte er zum einen die Vergangenheit vor dem Vergessen bewahren und zum anderen Kinder und Jugendliche stark gegen Antisemitismus und Rassismus machen.

Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts

„Alle zwölf nominierten Projekte zeigen, dass das Ehrenamt innovativ und lebendig und eben auch jung ist. Insbesondere die drei Gewinner des Engagementpreises NRW 2020 leisten ihren eigenen Beitrag zur Bewältigung gesellschaftspolitischer Herausforderungen und tragen damit zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts bei“, so die NRW-Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt Andrea Milz. Die Preise sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert. Der Publikumspreis ging an das Projekt „Balu und Du“ aus Köln. Insgesamt 132 Projekte hatten sich um den Engagementpreis beworben. Die drei ausgezeichneten Projekte sind automatisch auch für den bundesweiten Deutschen Engagementpreis 2021 nominiert

 


Bild (Filmszene aus „Kuntergrau“): ©Léon M. Gruß